Nachtrag: My War (VBA Woche 1)

Hier folgt er also, der Bericht zur ersten VBA-Woche:

Nochmal, VBA bedeutet Verbandsausbildung, was soviel heisst wie Verlegung in eine neue Unterkunft, Umstrukturierung der Kommandoordnung, neue Züge, neue Kaderpersonen, und vermehrt Übungen, bei denen das in der FGA gelernte Fachgrundwissen angewendet werden soll. Die VBA dauert 8 Wochen (bzw. 5 Wochen bei bestimmten Gattungen). Bei uns ist es so angelegt, dass wir in den ersten 2 Wochen nochmal AGA- und FGA-Themen repetieren, in den darauffolgenden 4 Wochen dann hauptsächlich auf einem Aussenstandort unser Funksystem betreiben und in den letzten 2 Wochen nocheinmal eine kurze Gefechtsverlegung (scharfe Munition und so, puh) sowie die grosse Materialrückgabe veranstalten. So weit, so gut. Tönt ja alles ganz toll und interessant, aber die VBA bringt auch eine Menge ungewollter Veränderungen mit sich.

Angefangen hat das ganze am Montag, dem 19.2.07, an dem wir vom langen Wochenende in unsere künftige ALST einrückten. ALST bedeutet Armeeliegestelle und ist in etwa so gemütlich wie diese Bezeichnung selber. Die engen Gänge (bzw der einzige Gang überhaupt), die noch engeren, fensterlosen Zimmer mit 3-stöckigen Betten und die stickige, trockene Luft im bunkerähnlichen System, schockierten uns regelrecht. Im Vergleich zur vorherigen Kaserne schien dies hier an ein Gulag zu erinnern. So machte sich Anfang Woche eine mehr oder weniger depressive Grundstimmung in der Kompanie breit. Ich hatte so richtig Heimweh, was sich aber im Verlauf der Woche zum Glück etwas besserte...

Die demotivierenden Moralpredigten unseres neuen Kadis machte die Sache auch nicht gerade besser; jeden Morgen hatten wir uns erstmal stundenlang in der AV-Formation (Antrittsverlesen) auszurichten. Dies verlief in etwa so, dass der beleibte Feldweibel schweissüberströmt zwischen den im Achtung stehenden Gliedern rumrannte und ständig etwas von "Man richtet sich nach rechts aus", "Zug XY 4 Zentimeter nach vorne", "Glied 2 vom Kommandozug einen halben Zentimeter zurück" laberte, worauf der Kadi meistens immer noch nicht zufrieden war. Einen solch derben Anschiss vor militärischen Formen hatte ich bis dahin garantiert noch nie versprürt. Es war nur noch lächerlich, vor allem weil das Ganze meistens sowieso nur funktionieren kann, wenn es jemand von aussen betrachtet und Verbesserungen vornimmt. Naja, irgendwie hatten wir sowieso jeden Tag einen Zusammenschiss vom Kadi zu erwarten, sei es weil wir unpünktlich waren (Feldi sei dank), das falsche Tenu trugen (Feldi sei dank), jemand seine Schuhe mit Gewehrfett geputzt hatte (haha), wir zuwenig oft grüssten, oder was auch immer dann zu bemängeln war. Ein harter Typ also, dieser Kp Kdt!

Ausbildungsmässig lernten wir eigentlich wieder nichts neues, wir mussten uns in einem 2-tägigen KAP (Kompaniearbeitsplatz) auf die AGA-Inspektion vorbereiten, d.h. wir riegelten ein weiteres Mal bis zum Umfallen an unseren Sturmgewehren rum, robbten im Dreck rum, machten Druckverbände, etc etc. Dafür durften wir dann noch eine EUHG (Explosive Übungshandgranate) werfen, von der ich aber gar nichts mitbekam, weil ich schon in Deckung lag, als dieses Scheissteil den Boden noch gar nicht berührt hatte. Das einzige, was mir wohl lange in Erinnerung bleiben wird, ist dieser markerschütternde, ohrenbetäubende Knall, der das Zwerchfell so richtig vibrieren lässt und wohl noch über einige Kilometer hörbar ist. Beeindruckend, aber ein weiteres Mal sinnlose Geldverschwendung.

Gegen Ende der Woche war dann jeder (abgesehen von der Wochenendwache, die jetzt jedesmal aufgestellt wird) froh, dass das Wochenende da war und man endlich dieser klaustrophobischen ALST entfliehen konnte. Positiv war, dass das Wetter mitspielte und man generell eher viel draussen war. Fertig! Der Bericht zur 2. Woche folgt morgen.

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